WENDE DER WENDE DER WENDE
Liebe Leserinnen und Leser,
meinen PP-Newsletter habe ich in zwei Teile aufgespalten, die getrennt versendet werden. In einen „allgemeinen“ (Teil A) und in einen Börsenteil (Teil B), der sich an Anleger richtet. Beide Teile werden aus technischen Gründen im wöchentlichen Wechsel versendet werden, um ein zu hohes Mailaufkommen zu verhindern. Heute ist wieder Teil A an der Reihe.
Während sich Ex-Vizekanzler Robert Habeck seit Oktober 2025 am Perry World House der University of Pennsylvania als „Distinguished Global Leader“ (ausgezeichneter globaler Führer) bezeichnen lassen darf, zerfällt hierzulande Zug um Zug das von ihm ins Leben gerufene sog. Heizungsgesetz, zuletzt forciert durch die Demontage des faktischen Wärmepumpenzwangs durch die aktuelle Bundesregierung.
Denn geht es nach ihr, dürfen nun auch wieder neue Öl- und Gasheizungen verbaut werden, allerdings mit der Maßgabe, darin künftig einen Zug um Zug erhöhten Anteil „grünen“ Gases bzw. Öls zu verbrennen, deren ausreichende Verfügung und Preis allerdings noch in den Sternen stehen. Und:
Künftig soll es auch der Förderung von Photovoltaik-Anlagen auf Ein- und Zweifamilienhäusern an den Kragen gehen.
Ich bin zwar felsenfest davon überzeugt, dass diese „Wende von der Wende“ (wir kennen das ja hinreichend aus der Merkel-Ära) am Klima und der sog. menschengemachten Erderwärmung völlig spurlos vorbeigehen wird, für den Bürger und die Heizungsbranche hingegen durchaus Folgen zeitigen wird.
Zu allererst geht es dabei um die Frage des Vertrauens in die Politik. Bundeskanzler Merz, ja auch bereits mit dem wenig schmeichelhaften Titel „Pinocchio“ geehrt, hat bei der vor der Wahl versprochenen Rückgängigmachung der grünen Energiewende - belehren Sie mich gerne eines Besseren - erstmals tatsächlich Wort gehalten. Es ist traurig genug, sagen zu müssen, dass ihm das hoch anzurechnen ist. Zudem:
So ungemein erbaulich es sich anfühlt, bei einem Wahlversprechen im Nachhinein ausnahmsweise einmal nicht hinter die Fichte geführt worden zu sein, so schwer wiegt das Ganze im Kontext aber dennoch:
Viele Bürger, Anleger und natürlich auch die gesamte Branche vom Heizungshersteller über deren Zulieferer bis hin zum Handwerker und deren Ausbildern und natürlich erst recht zahlreiche Hausbesitzer dürften sich nun mehr als nur ein wenig auf die Schippe genommen fühlen:
Zuerst schlug der Habecksche Heizungskahlschlag ein wie eine stichtag-bewehrte, ultimative und unumkehrbare, für viele schlichtweg nicht finanzierbare grüne Abrissbirne. Und:
Hektik brach aus. Zahlreiche Leser berichteten mir von der Umrüstung technisch völlig gesunder Öl- oder Gasheizungen auf neue Brennwertthermen. Gleichzeitig explodierten die Preise für Wärmepumpen, deren verlockende staatliche Subventionierung viele Handwerksmeister zu echten Langfingern werden, aber die eigentlich gefördert werden sollenen Auftraggeber vergleichsweise belämmert im Regen stehen ließ.
Nun wird wieder Hektik ausbrechen: Wärmepumpen-Aufträge werden gecancelt werden, Öl- und Gasheizungen nicht im ausreichendem Umfang verfügbar sein. Die Preise für den Einbau neuer Wärmepumpen werden nach unten auf das international übliche Niveau durchgereicht werden.
Insgesamt, das ist erfreulich, dürfte die Umrüstung auf eine neuere Heizung dank wieder verfügbarer Konkurrenz in jedem Falle preiswerter werden. Nur:
Milliarden wurden und werden noch ausgegeben für die erforderlichen Pläne zur „kommunalen Wärmeplanung“. Die aber kann man nun von jetzt auf gleich in die Tonne treten. Und die von vielen Städten bzw. Kommunen bereits eingeleiteten Maßnahmen dazu gleich mit.
Der wirtschaftliche Schaden, den unser nun in den USA lehrende „ausgezeichneter globaler Führer“ hierzulande letztendlich angerichtet haben wird, lässt sich per heute noch nicht schlüssig beziffern. Er dürfte in die Milliarden gehen. Aber wer glaubt, sein langer grüner Arm ins Portemonnaie einfach nur auskömmlich leben wollender Zeitgenossen wäre nun gekappt, wird ihn sich bei der CO2-Bepreisung wieder um seine Schulter gelegt fühlen. Und es kommt noch „besser“:
Wende der Wende der Wende voraus
Die „Bepreisung“ eines für das Leben auf der Erde unerlässlichen Spurengases ist dermaßen pervers, dass jede auch nur ansatzweise vernunftbegabte Bundesregierung sie mutig über Bord werfen sollte.
Ja, „sollte“. Aber selbst wenn es so gewollt wäre, wäre es wohl zum Scheitern verurteilt. Denn auch wenn es bis heute noch nicht ausbuchstabiert ist, ist es den Grünen 2021 doch gelungen, den „Klimaschutz“ im Grundgesetz so zu verankern, dass die jetzt beschlossene Abkehr vom Habeckschen Heizungshammer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vom BVerfG wieder kassiert werden dürfte, sobald sog. Umweltverbände und andere angebliche NGOs den Klageweg beschreiten. Und dass sie das tun werden, das ist mindestens so gewiss wie das Amen in der Kirche. Das heißt:
Unter Berufung auf Art. 20a und Art. 143h GG sowie § 3 Abs. 2 KSG werden die üblichen Verdächtigen die jetzt vollzogene Wende von der Wende wieder rückgängig zu machen versuchen. Und auch wenn man sich bekanntermaßen vor Gericht und auf hoher See in Gottes Hand befindet, können Sie davon ausgehen, dass die gerade beschlossene Kehrtwende der Heizungsvorgaben im neuen „Gebäudemodernisierungsgesetz“ (bis jetzt „Gebäudeenergiegesetz“) auch nicht lange Bestand haben werden. Und dann?
Dann geht das Chaos in die nächste Runde. Bürger, Wirtschaft, Handwerk und Anleger werden gar nicht mehr anders können als sich zu fragen, ob der politische Dilettantismus eigentlich noch weiter auf die Spitze getrieben werden kann. Aus Erfahrung bin ich mir sicher: Ja, er kann!
AfD: Schlappe des Verfassungsschutzes
Einen von vielen Mitbürgern für unmöglich gehaltenen Beweis für die längst tot geglaubte Existenz unabhängiger Richter in Deutschland lieferte vorgestern das Kölner Verwaltungsgericht. Denn es untersagte es dem ebenfalls in Köln ansässigen Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), die Partei weiter als „gesichert rechtsextrem“ zu bezeichnen.
https://www.vg-koeln.nrw.de/behoerde/presse/Pressemitteilungen/05_26022026/index.php
Ganz gleich ob man die AfD nun als auf dem Boden des Grundgesetzes stehende demokratische Partei betrachtet oder als nur spärlich getarnten Wiedergänger der NSDAP: Dieses Urteil ist rundum nachvollziehbar. Und es dürfte die Erfolgsaussichten eines von den Altparteien angestrebten Verbots der Blauen ganz erheblich beschädigt haben.
Denn es genügt eben nicht, einzelne Positionen einer Partei oder die Aussagen einiger ihrer Vertreter für verfassungswidrig zu befinden, um gleich die ganze Partei dafür in Sippenhaft zu nehmen. Das ist für die AfD ebenso gut wie für die Grünen, die „DIE LINKE“ oder die SPD.
Für die morgen in einer Woche anstehenden Wahlen (Landtagswahl in Baden-Württemberg und Kommunalwahlen hier in Bayern) ist diese Entscheidung wohl eher irrelevant. Wer die „Pech- und Schwefelpartei“ wählen will, der wird das ohnehin tun. Und wer die AfD als rechtextremistisch betrachtet, wird sich davon auch durch einen Richterspruch nicht abbringen lassen. Geschweige denn einmal das Parteiprogramm lesen, denn das könnte (und würde) ja das eigene Weltbild ins Wanken bringen.
Eine Prognose aber will ich heute einmal in den Raum stellen: Die „Brandmauer“ wird im kommenden Jahr fallen. Und das ist der wichtigste Mauerfall seit 1989. Heute politisch mindestens so bedeutsam wie damals.
Denn für viele in den neuen Bundesländern verkörpert die AfD das, was sie 1989 im Westen sahen und auch gerne haben wollten, heute glauben sie dort das zu erkennen, was sie damals im Osten hatten und eben nicht länger erdulden konnten.
28.02.2026
Erst mal eine Coca-Cola!
Ja, angesichts der sich aktuell überschlagenden Ereignisse im Nahen Osten würde man der US-Regierung genau diesen Slogan empfehlen. Aber sie hat es noch nie begriffen und begreift es heute tatsächlich schon wieder nicht.
1980 wurde Roberto Goizueta CEO des US-Getränkekonzerns, der 1985 mit der „New Coke“ der alten Rezeptur abschwor und ein neues Produkt an den Markt brachte. Die „New Coke“ erwies sich allerdings als absoluter Flop, der Umsatz brach ein.
Aber Mr. Goizueta hatte das, was die US-Regierung weder bei ihren militärischen Interventionen in Vietnam, Afghanistan, Libyen, den Irak, Syrien oder sonst wo hatten: Eine Exit-Strategie!
Denn kaum hatte sich die „New Coke“ als Rohrkrepierer erwiesen, zog der Coca-Cola-Chef die Notbremse, switchte zurück auf als alte Originalrezept, vermarktete das Getränk als „Classic Coke“ und steigerte den Absatz deutlich über den Stand vor Beginn des Produktwechselversuchs. Was bei einigen Marktbeobachtern im Nachhinein sogar den Verdacht weckte, dass das Ganze als geniale Marketingstrategie geplant war.
Die USA und Israel gehen offensichtlich davon aus, auch die jetzigen Kriegshandlungen gegen den Iran „begrenzt“ halten zu können, obwohl Teheran keinerlei Zweifel daran gelassen hatte, einen Angriff auf das Land als Auslöser eines umfassenden Krieges einzustufen. Die heutigen Angriffe auf Kuwait, Bahrein, Abu Dhabi, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar, wo sich US-Militärbasen befinden, unterstreichen, dass es man damit ernst meint.
Stimmen die kursierenden Gerüchte, verfügt Teheran mittlerweile auch über Hyperschallraketen russischer oder chinesischer Bauart. Damit aber ließen sich wahrscheinlich auch die vor Ort befindlichen US-Flottenverbände inkl. der beiden Flugzeugträger angreifen und/oder die für die internationale Ölversorgung ausgesprochen wichtige Meeresstraße von Hormuz blockieren. Womit die Chose im „Erfolgsfall“ dann vollumfänglich aus dem Ruder liefe.
Wie es in diesem Konflikt weitergeht, vermag ich mangels Glaskugel natürlich auch nicht einzuschätzen. Aber ich befürchte, dass sich der selbsternannte Gründer des am 22. Januar ins Leben gerufenen Friedensrats (Board of Peace) gründlich verrechnet haben dürfte. https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensrat_(Trump)
Dem Vernehmen nach wurden beim Angriff der USA/Israels der iranische Verteidigungsminister und der Militärchef getötet. Auch das dürfte Teheran nachgerade dazu zwingen, seiner Reaktion keinerlei Zügel anzulegen.
Im Nahen Osten - hoffen wir, dass es nicht so ist - wurde in der vergangenen Nacht vielleicht einmal mehr die Büchse der Pandora https://de.wikipedia.org/wiki/Pandora geöffnet. Wie viele dieser Büchsen (siehe Epstein-Files) noch auf ihre Öffnung warten, weiß ich nicht. Aber einmal mehr bewahrheitet es sich, dass der Fisch vom Kopf her zu stinken beginnt. „Eliten“ sind etwas ganz anderes. Lange nicht mehr gesehen!
28.02.2026
Am vergangenen Sonntag habe ich den Lesern meines Börsendienstes Secretz dazu geraten, bei Rohöl zur Montagseröffnung in den auf steigende Preise ausgerichteten Call-Optionsschein mit der WKN GV1KLV einzusteigen.
Außerbörslich ist der Ölpreis heute um gut elf Prozent gestiegen. Der empfohlene Call-Optionsschein damit rechnerisch dank seines fünffachen Hebels um 55 Prozent.
Das Weltgeschehen und die Märkte zusammenzudenken, rechnet sich. Aber das ist ein Produkt aus Erfahrung, Weitsicht und auch ein wenig Glück. Nichts, was eine KI stemmen könnte!
https://www.secretz-online.de/
Mit frühsommerlichen Grüßen!
Axel Retz
ANSTELLE DER GEWOHHNTEN ZITATE HEUTE
https://www.focus.de/finanzen/news/brutale-grimm-prognose-2029-hat-der-bund-kein-geld-mehr-fuer-politik_687fb0a5-f45c-4fdf-8731-a8201cd66cc1.html (bitte kopieren und in Ihren Browser einfügen)
und:
https://www.youtube.com/watch?v=zWY3iE9FBm8
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