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Ein Indikator, der zu denken gibt!

Alles steigt. Zumindest an den Börsen. Und je schlechter die Nachrichten werden (die Quartalsberichts- saison hat ja gerade erst begonnen), um so besser - denn miese Konjunktur- und Unternehmensdaten schüren ja die Hoffnung auf weitere Zinsgeschenke der Notenbanken.

So weit, so gut, wenn auch etwas kurz gedacht. Was aber denken die Anleger? Die in dieser Woche markierten neuen Allzeithochs im DJIA und im S&P500 sprechen eindeutig dagegen, dass die Aktien- käufer der Mut verlassen hat.

Aktienkäufe auf Kredit - Absturz wie zuletzt Anfang 2000!

Nur: Ungeachtet des sich in den neuen Rekordlevels ausdrückenden Optimismus‘ gibt es klare Hinwei- se darauf, dass hinter den Kulissen ein Umdenken eingesetzt hat. Was ich Ihnen heute hier vorstellen will, ist der Chart der Aktienkäufe auf Kredit.

Spekulieren „auf Pump“ macht logischerweise nur dann Sinn, wenn die Anleger davon ausgehen, dass sie die von ihnen zu zahlenden Kreditverpflichtungen durch die Kursgewinne der Aktien übertreffen werden. Kreditfinanzierte Aktienkäufe sind damit ein „fälschungssicherer“ und vor allem ausgespro- chen präzise arbeitender Sentiment-Indikator, der nicht misst, was die Anleger sagen, sondern dass, was sie wirklich tun!

Chart 1

Im abgebildeten Chart sehen Sie, um was es heute geht: Anfang 2000 - also ganz exakt am Hype-Hoch der New Economy, brach die Nachfrage nach kreditfinanzierten Wert- papierkäufen ein. Und:
Jede Wende eingefangen!

Ebenso treffisicher wendete sie zum Jahres- beginn 2003 wieder nach oben. Kaum jemand konnte sich damals vorstellen, welche Hausse hier gestartet wurde. Heute wissen wir es!

Sie werden mir zugestehen, dass die aktuelle Ausgangslage dieses Charts für sich spricht: Erneut ist die Summe kreditfinanzierter Aktienkäufe eingebrochen. Und zwar von einem Niveau aus, das weit höher lag als zum Zeitpunkt des New Economy-Irrsinns!

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Und ein Indikator allein besagt gar nichts. Im Auge halten sollten Sie diese Entwicklung gleichwohl. Für die Praxis bedeutet das: Setzen Sie Stopps unter Ihre Positionen!

11. Oktober 2007 © Axel Retz 2007


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